Dr. Darijana Hahn

Kulturwissenschaftlerin

Was für Wen

Für die taz Hamburg schreibe ich "von der anderen Seite", aus dem Süden Hamburgs, so aus Wilhelmsburg, Moorburg und Harburg. Und ich schreibe über unterschiedlichste Themen, wie zum Beispiel über das Algen- oder Wälderhaus, über die schlankmachende Nudel oder den gastfreundlichen Tee, über den Trend zum fleischigen Burger oder über vegane Truthähne, über Baumpflege oder über das Kinderzimmer oder über Lehm als tragfähiger Baustoff und und und...

Für den Evangelischen Pressedienst (epd) schreibe ich Features über bunte Themen, wie über die Frage, warum der Fächer seine beste Zeit hinter sich hat, warum Marzipan aus der Adventszeit nicht wegzudenken ist, wie Holunder aus seinem Schattendasein herausgeholt wird, dass mittlerweile auch Seniorengeburtstage pädagogisch durchorganisiert werden, seit wann wir warum wie unsere Geschenke einpacken und vieles mehr.

Für die Völkerkundesammlung Lübeck habe ich die im St.Annen-Museum gezeigte Ausstellung "Salaam Lübeck. Muslimisches Leben in der Hansestadt" (16. Mai bis 16. August 2015) mit konzipiert und organisiert. Dabei habe ich nicht zuletzt zu vielen Lübecker Muslimen Kontakt aufgenommen, ihre Geschichte gehört und sie dazu motiviert, ihren Teil an der Ausstellung beizutragen.

Ebenso um Bürgerbeteiligung ging es bei dem Projekt "Willi Villa". Bevor die internationale gartenschau 2013 einen Kiosk (Willi Villa) auf ihr Gelände baute, sollten die Meinungen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort eingeholt werden. Wie sie zum Kiosk im Allgemeinen stehen, was sie darüber wissen und wie sie sich ihren Wunschkiosk vorstellen. Ergebnis war nicht nur eine Annäherung an das Projekt der internationalen gartenschau 2013. Konkrete Ergebnisse waren auch eine Informationsbroschüre, eine durch den Stadtteil wandernde Ausstellung und nicht zuletzt die Willi Villa selbst!

Das Projekt "Willi Villa" war ein Kooperationsprojekt zwischen der internationalen gartenschau 2013 und der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg, wo ich in unterschiedlichen Projekten seit 2004 aktiv bin.

So haben wir den für Wilhelmsburg so typischen Kiosk in einer Ausstellung präsentiert, die eine Zusammenarbeit mit der Stadtteilschule Fährstraße war.

Wir sind unter anderem der Frage nachgegangen, wie die Menschen in Wilhelmsburg die Veränderungen auf ihrer Insel erleben und haben unsere Antworten in der Ausstellung "Irgendwie guckt man anders. Sichtweisen der Veränderung in Wilhelmsburg" präsentiert.

Ein großer Veränderungsmotor war die Internationale Bauausstellung Hamburg, die in Wilhelmsburg unzählige Projekte durchgeführt hat. Unter anderem hat sie den ehemaligen Müllberg zum Energieberg umgewandelt - eine Verwandlung, die die Ausstellung "Der gebändigte Drache" im Informationszentrum Energieberg zum Inhalt hat. Für diese Ausstellung hab ich Texte und Fotos zur Umgebung des Energieberges, zu Georgswerder, geliefert.

Mein in vielen Jahren angesammeltes Wissen über die vielfältige Elbinsel Wilhelmsburg mit seiner bewegten Geschichte gebe ich immer gerne bei Führungen über die Insel weiter, so für das Hamburg Museum, für Arbeit und Leben oder für Besucher eines von der Universität Hamburg organisierten Kongresses.

Während ich selbst noch an der Universität Hamburg studiert habe, habe ich für das Freilichtmuseum am Kiekeberg geforscht. So habe ich von 1995 - 1998 in dem Forschungsprojekt "Wandel der ländlichen Bauweise im Landkreis Harburg zwischen 1890 und 1930" mitgearbeitet und bin dafür auf zahlreiche Dachstühle geklettert, hab Ställe und Wohnzimmer betrachtet, hab Geschichten, Fotos und Bauzeichnungen erfragt und habe mich schließlich in meiner Magisterarbeit mit der Frage beschäftigt, warum ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Zahl der Gaststätten rapide zunahm und wie sich die Gaststätten baulich veränderten.

Schließlich habe ich für das Freilichtmuseum am Kiekeberg die Spuren des Karussellkönigs Hugo Haase verfolgt und darüber die Monographie über ihn veröffentlicht: Hugo Haase: Karussellkönig aus Winsen. Rosengarten-Ehestorf 2007.

Für das Museumsdorf Cloppenburg habe ich für den 2003 veröffentlichten Ausstellungskatalog "Zur Schau gestellt" ausführlicher über Hugo Haase geschrieben. Der Aufsatz war schließlich der Anstoß für meine weitere Beschäftigung mit dem Karussellkönig, die in die Monografie über Hugo Haase mündete (siehe oben).

Auf dem vom Museumsdorf Cloppenburg organisierten Kolloquium "Kulturgut Karussell" am 10. Juli 2015 habe ich einen Vortrag gehalten, der einen Bogen schlug vom Karussellkönig hin zum Kinderspielplatz.

Über den Spielplatz und seine Entwicklung habe ich für das Deutsche Kinderhilfswerk auf dem Zweiten Interkommunalen Dialog am 14. Oktober 2011 2011 in Regensburg einen Vortrag gehalten.

Darüber hinaus habe ich die Veranstaltung "Spielen ist Kinderrecht - Strategien für die Zukunft der Gesellschaft", inhaltlich mitorganisiert, eine am 15. Januar 2015 stattgefundene, bundesweite Fachtagung zum "General Comment", dem UN-verbrieften Recht auf Spiel und dessen Umsetzung in Deutschland. 

Bei Praktikern der Spielplatzwelt, auf der 54. Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz in Köln am 14. Juni 2012 habe ich über den Spielplatz als Indikator der Gesellschaft einen Vortrag gehalten und dabei den Experten manchen neuen Blickwinkel eröffnen können.

Ebenso zum Nachdenken und Reflektieren anregen sollen meine Seminare zum Thema Spielplatz, die ich an der Fachhochschule "Rauhes Haus" anbiete.

Sowohl durch die Beschäftigung mit einem vermeintlich selbstverständlichen Ort wie dem Spielplatz als aber auch dem gesamten Sozialraum, den man täglich benutzt (besonders im SEminar "Theorie und Praxis") soll das geweckt werden, was Kinder von Natur aus haben: Neugierde und Spürsinn, um vom Äußeren, Sichtbaren zu den Hintergründen und gesellschaftlichen Zusammenhängen zu kommen.

Während uns Spielplätze heutzutage vielleicht zu selbstverständlich erscheinen, um großartig hinterfragt zu werden, ruft die St.Franz-Josephs-Kirche in Harburg förmlich danach, befragt zu werden: Warum sie diesen für eine Kirche ungewöhnlichen Namen hat und warum sie tief im Norden eine gelbe, neobarocke Hülle hat. Diesen Fragen bin ich eigeninitiativ nachgegangen und hab meine Ergebnisse im 2006 vom Helms-Museum veröffentlichten "Harburger Jahrbuch" veröffentlicht.

Für die Geschichtszeitschrift "Geschichte" habe ich über Dinge und Orte des Alltags geschrieben wie über den Hamburger, über Tesafilm und Mückenbekämpfungsmittel, über den Kiosk und die U-Bahn, über das Telefon und das Karussell, über Kino und über Geschirrspülmittel. Fünf Beiträge sind in dem 2008 veröffentlichten Buch "Zipp und zu! 50 Erfindungen, die unser Leben wirklich veränderten" abgedruckt (Einweckglas, Hamburger, Telefon, Tesa-Film und Verkehrsampel).

Für die Geschichtszeitschrift "Damals" habe ich über einige Museen geschrieben, nicht zuletzt über das alte Brüder-Grimm-Museum sowie über die Neuauflage, die Grimmwelt.

Wenn sie nicht gestorben sind, ...